Was 2018 in Wernigerodes Sozialeinrichtungen geschehen ist und welche Herausforderungen nun anstehen

Der größte Anbieter von Altersheimen in Wernigerode ist die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen. Chefin Sandra Lewerenz blickt mit der Volksstimme auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

„2018 war ein sehr spannendes Jahr“, sagt Sandra Lewerenz, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen in Wernigerode. Doch da passiert es wieder: Das Telefon klingelt – und das nicht zum ersten Mal. „Ist denn was passiert?“, wollen wir wissen – „Nein, es ist nur mein Geburtstag“, verrät Sandra Lewerenz schließlich. Für sie sei es kein Problem, an diesem Tag zu arbeiten. „Ich bin ein Mensch, der sehr gerne zur Arbeit geht, das Leben geht schließlich weiter, auch am Geburtstag.“ Typisch Steinbock? „Ja, ich bin zielstrebig, ehrgeizig, wäge aber auch Risiken ganz bewusst ab.“

Dass die Geschäftsführerin auch was wagt, hat sie bereits mit einigen Investitionen bewiesen, allen voran dem Argenta-Wohnpark. Dort steht ein Millionen-Projekt auf dem Gelände der früheren Schokoladenfabrik Argenta kurz vor der Abnahme. „Am 1. April ziehen die Bewohner ein“, kündigt sie an. Der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung im Dezember 2018 sei leider nicht zu halten gewesen. „Angesichts der Lage in der Baubranche bin ich dennoch zufrieden, dass es relativ reibungslos geklappt hat.“

Neben dem immensen Fortschritt am Bau des Wohnparks in dem denkmalgeschützten ehemaligen Produktionsgebäude in Hasserode sei eines der wesentlichen Ereignisse 25-jährige Bestehen der GSW gewesen. Der Betreiber von Seniorenpflege-Einrichtungen, Sozialstation und Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen hat im Juni 2018 unter anderem mit einem großen Familienfest den Mitarbeitern und deren Familien Dankeschön gesagt.

„Wir haben ganz bewusst unsere Mitarbeiter in den Fokus gestellt“, erläutert Sandra Lewerenz. „In einer Ausstellung im Bürgerpark haben wir alle unsere Häuser vorgestellt und die Entwicklung der Einrichtungen aufgezeigt.“ Das habe dazu beigetragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl im Unternehmen auch einrichtungsübergreifend zu stärken. Nach einem Beschluss des Wernigeröder Stadtrates war die GSW am 1. April 1993 als städtisches Tochterunternehmen gegründet worden, damals noch mit 163 Kollegen. Heute sind es weit mehr als 500.

Rückkehrer zeigen Interesse an städtischer Gesellschaft
Die Aufsteller, die eigens dafür von Designerin Anke Duda gestaltet wurden, werden nach wie vor genutzt. „Zuletzt beim Rückkehrertag im Rathaus“, sagt Sandra Lewerenz. Mit Rückkehrern habe sie gute Erfahrungen machen können – eine Gerontologin hat gerade erst zum 1. Januar im Qualitätsmanagement ihre Arbeit aufgenommen. Sie lebte zuvor in Stuttgart. „Und auch nach dem Rückkehrertag gingen zwei Bewerbungen ein.“ Dass in der Pflege Notstand herrsche, kann sie nicht bestätigen. Erst im Herbst haben wieder vier Auszubildende angefangen, im Jahr davor waren es zehn.

Eines der Ziele für das laufende Jahr sei die Einführung eines Personalwesenprogramms. „Wir müssen Statistiken führen, Lohn, Gehalt und Stammdaten erfassen. Dafür brauchen wir ein Programm.“ Die Kollegen müssen besonders bei Fragen der Digitalisierung „mitgenommen“ werden, betont sie. „39 Prozent der Mitarbeiter sind älter als 50 Jahre alt. Sie sind skeptisch, wenn es um neue Programme geht“, erklärt sie.

Seit 2018 habe man im Unternehmen kontinuierlich an einem gemeinsamen, internen Datennetzwerk gearbeitet. Die letzten Einrichtungen werden in diesem Jahr „migriert“, das bedeutet angeschlossen. Dass Verwaltungsabläufe effektiv mit Hilfe moderner Technik koordiniert werden, sei für Sandra Lewerenz eine Selbstverständlichkeit. Die GSW sei schon jetzt, Monate vor der gesetzlichen Frist, auf neue Programme umgestellt. „Die Kollegen sind mittlerweile erleichtert, dass wir gut vorbereitet sind und bemerken die Erleichterung.“

Ein wichtiger Schritt sei der Umzug der Sozialstation am 17. Dezember in die neuen Räume in der Zaunwiese 23 gewesen. Im alten Gebäude in der Salzbergstraße war es zu eng geworden. 40 bis 50 Mitarbeiter und ein Fuhrpark mit 30 Autos erforderten mehr Platz. „Die Kollegen hatten 30 Quadratmeter zur Verfügung – in der Zaunwiese sind es jetzt 150“, verdeutlicht Sandra Lewerenz. „Jetzt können die Mitarbeiter in Ruhe arbeiten, haben genügend Parkplätze zur Verfügung.“ Von dort aus startet der ambulante Pflegedienst.

Für die zahlreichen Immobilien in der Hand der GSW gibt es nun einen Objektmanager, berichtet die 48-Jährige. „20 Jahre ist es her, dass einige Einrichtungen zuletzt saniert wurden“, sagt sie. 2018 wurden im Stadtfeld-Seniorenzentrum zwei Fahrstühle erneuert, in Sankt Georg in der Ilsenburger Straße ein Fahrstuhl saniert und im Küsters Kamp in neue Elektroleitungen investiert. Insgesamt hat die GSW 4,5 Millionen Euro – inklusive der Argenta – investiert.

Zwei Millionen werden im Stadtfeld investiert
Geld soll auch in diesem Jahr wieder in die Hand genommen werden, um die Einrichtungen instand zu halten. „Im Stadtfeld werden wir die Planungen in diesem Jahr abschließen“, sagt die Eisleberin. Dort soll die notwendige Sanierung der Bäder genutzt werden, um für die Bewohner ein neues Konzept auf die Beine zu stellen, das ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Dafür soll die Einrichtung spezialisierter arbeiten, mehr Plätze in der Intensivpflege und im gerontopsychiatrischen Bereich entstehen. „Es ist ein Trugschluss, man könnte alle Senioren problemlos inkludieren, das heißt zusammen bringen“, sagt sie. Manche wären deutlich fitter als andere. Für die unterschiedlichen Bedarfe müssten Lösungen geschaffen werden. Mindestens zwei Millionen Euro sollen ins Stadtfeld-Seniorenzentrum investiert werden.

Quelle: Harzer Volsstimme - Text & Foto: Julia Bruns

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