Ein neues Gesicht: Pauline Bestgen

Immer wenn ich an meinen allerersten Tag in meiner Ausbildung denke, fällt mir ein, dass ich schon so weit gekommen bin. Ich dachte am Anfang: ”Oh Gott, Oh Gott!! Wie soll ich das nur schaffen und wo wird es mich hinziehen?”. Jetzt denke ich mir nur, dass egal was auch kommen mag, alles zu schaffen ist und immer ein Platz für mich frei sein wird. Ich bin nicht die erste und nicht die letzte, die sich über all dies einen Kopf machen wird. Meine Mutter meinte erst, ich solle doch lieber Chemielaborantin werden, sie sagte: ”Es wäre doch gut, du hast die Noten dafür”, doch davon war ich nicht so begeistert. Mein Wunsch war es und ist es immer noch, Ergotherapeutin zu werden.

Und jetzt bin ich schon im 3. Lehrjahr und kann es kaum erwarten. Viele wissen gar nicht wie wichtig Ergotherapie eigentlich ist, aber ich weiß es zu gut. Eine Frage stellt sich hier noch: “Wie bin ich auf Ergotherapie gekommen?!”. Wo soll ich anfangen? Als ich in die Grundschule kam, hatten meine Lehrer festgestellt, dass mir Zahlen, Rechnen und alles was damit zu tun hat, nicht lag, mich überforderte und ich es nicht verstehe. Also bekam ich Ergotherapie und auf einmal waren diese ganzen komischen Zahlen und Aufgaben gar nicht mehr “soooo” schlimm, dachte ich zumindest.

Irgendwann kam dann der Tag, wo auch mal ein Test geschrieben werden musste – das kennen wir doch alle – und da hatten mich doch diese komischen Zahlen ganz schnell wieder eingeholt. Ich dachte mir bestimmt in dem Moment: “Oh oh, ich weiß gar nichts! Was ist das?”, schwupps diwupps war ich wieder bei der Ergotherapie, dort wurde viel mit mir gearbeitet und überlegt, wie meine Lehrer mich dabei in der Schule unterstützen können und es für mich leichter wird.

Schuljahre vergingen und ich bekam keine Ergotherapie mehr, doch zu meinem Glück machte meine Schwester gerade eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Sie übte ganz viel mit mir und ich merkte, dass ich das Rechnen und die Zahlen besser verstand.

Es vergingen wieder ein paar Schuljahre und ich rückte der 10. Klasse immer und immer näher. Doch ich ließ mich davon nicht einschüchtern. Ich lernte ganz viel, ging in Sonderkurse für Mathematik, um das was ich nie verstand im Unterricht, zu verstehen. Meine Noten wurden immer besser und besser. Ich war soooo stolz auf mich selbst, dass ich mich dadurch noch motivierter fühlte. Nur weiß ich auch, dass es nicht jedem so ergeht wie mir. Deshalb habe ich mich für die Ausbildung zur Ergotherapeutin entschieden. Es ist immer noch ein Traum von mir, anderen Menschen zu helfen. Egal welches Alter, egal welche Erkrankung oder egal in welcher Einrichtung. Ich habe selber erlebt, was die Ergotherapie mit den Menschen macht und wie sie ihnen helfen kann und hilft. Angenommen man nimmt diese Hilfe an. Mit viel Unterstützung von meiner Familie und anderen liebevollen Menschen kann ich es schaffen und habe ich schon so viel geschafft. Nie vergessen: Alles ist irgendwie möglich.