Eine Peruanerin absolviert im Seniorenzentrum Stadtfeld ein Bundesfreiwilligenjahr. Im Oktober kommt weiterer internationaler Nachwuchs.

Von dem Gebäudekomplex ist sie begeistert. „Es ist ein sehr schönes Haus. Ich mag die Menschen hier und arbeite gern mit Senioren.“ Diese Worte kommen Rosario Neira Nicuna schon recht gut über die Lippen. Sie stammt aus der peruanischen Hauptstadt Lima, hat in einem Kurs schon etwas Deutsch gelernt und in dieser Woche den Bundesfreiwilligendienst im Seniorenzentrum Stadtfeld begonnen. Das Haus ist in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen Wernigerode (GSW).

Sozialkommunikation studiert

„Vorher habe ich mir im Internet viele Fotos von Wernigerode angeschaut“, erinnert sich die 25-Jährige. „Jetzt konnte ich die schöne Stadt mit ihren kleinen Häusern endlich kennenlernen.“ Sie sei zum Beispiel schon auf dem Schloss, im Rathaus und im Christianental gewesen. „Alles sehr nett.“

Studiert hat die Peruanerin Sozialkommunikation. Außerdem kennt sie sich bereits etwas in der Pflege älterer Menschen aus. „Wir haben uns vorher das Profil der Bewerberinnen genau angesehen, bevor der Austausch über die Zentrale der Interkulturellen Begegnungen in Hamburg lief. Manche Bewerber kommen aus der Schule, andere haben schon einen Beruf erlernt“, erklärt GSW-Personalleiterin Kerstin Wogawa.

Die GSW-Geschäftsführerin Sandra Lewerenz fügt hinzu, dass es sehr spannend sei, zu verfolgen, wie sich die jungen Menschen hier entwickeln. „Es ist in der heutigen Zeit schwer, Bewerber für die Altenpflege zu finden. Und wer in diesem Beruf arbeiten will, muss es wirklich wollen.“ Sie habe wirklich Achtung vor Menschen, „die von so weit herkommen, weil sie viel auf sich nehmen“, so Sandra Lewerenz.

Andere kulturelle Hintergründe hätten auch Vorteile, die man nutzen könne. Wichtig seien vor allem gute Rahmenbedingungen in der Pflege. „Rosario soll sich erst einmal hier die Einrichtung anschauen, das Unternehmen kennenlernen und Kontakte zu den anderen Auszubildenden knüpfen“, so die GSW-Chefin. Wenn die Peruanerin nach einiger Zeit Interesse an einem anderen Haus der GSW habe, könne sie wechseln, um ihre Erfahrungen zu machen.

„Rosario ist sehr aufgeschlossen und interessiert. Sie geht auf die älteren Menschen zu und ist sehr freundlich. Unsere Senioren sind davon begeistert“, beschreibt Pflegedienstleiterin Heike Reinhardt die junge Frau. Sie werde erst einmal im Frühdienst eingesetzt, anschließend vielleicht auch im Spätdienst.

Senioren schätzen Internationalität

Cornelia Weiß, Azubi-Betreuerin und Koordinatorin bei der GSW, ergänzt: „Die junge Peruanerin soll hier zuerst Einblicke in die Altenpflege des Hauses bekommen sowie Kontakte zu den Bewohnern knüpfen. Dann kann sie unserer Pflegefachpersonal bei der Arbeit unterstützen.“ Die Senioren würden es zudem interessant finden, „wenn wir international aufgestellt sind“. Im Oktober soll übrigens eine weitere ausländische Teilnehmerin kommen.

Das Seniorenzentrum Stadtfeld ist die größte Einrichtung der GSW und besteht seit 1985. Insgesamt sind im Haus rund 120 Mitarbeiter beschäftigt, die die 180 Bewohner betreuen.


Vor dem Wernigeröder Seniorenzentrum Stadtfeld, von links: GSW-Geschäftsführerin Sandra Lewerenz, Personalleiterin Kerstin Wogawa, Betreuerin Cornelia Weiß, Bundesfreiwillige Rosario Neira Nicuna und Pflegedienstleiterin Heike Reinhardt. Foto: Holger Hadinga